Wie kann ich einen Meteorstrom (zB Perseiden) hörbar machen?

Meteore hören?
Ja, das geht! Mit Funkscanner, Antenne und dem Programm Spectrum Lab empfängst Du Sternschnuppen über das GRAVES-Radar. Wie das geht, liest Du in diesem Beitrag.

Spectrum Lab mit dem Signal eines Meteors der Geminiden am 13.12.2015
Meteor der Geminiden am 13.12.2015

So wie in den letzten drei Jahren wird auch dieses Jahr wohl wieder mal die visuelle Beobachtung der Perseiden nicht möglich sein. Wie so oft hier in Ostfriesland sind bei astronomischen Ereignissen die Wolken da …

Aber mit ein paar Geräten, die die meisten Funkamateure oder Kurzwellenhörer eh bei sich rumstehen haben, kann man auch bei bewölktem Himmel die Perseiden oder allgemein einen Meteorstrom live mitverfolgen.

Was Du für den Empfang brauchst

Alles, was dazu benötigt wird, ist ein PC mit Windows, das Programm Spectrum Lab und ein Empfänger, der die Frequenz 143.049 MHz empfangen kann. Wichtig ist, dass die Betriebsart USB eingestellt werden kann. Bei Funkscannern ist das nicht immer der Fall! Es können natürlich auch Amateurfunk-TRX oder SDRs verwendet werden. Spectrum Lab läuft laut seinem Autor auch unter Linux mit WINE.

Natürlich wird auch eine Antenne benötigt. Am besten eine 2m-GP oder eine Disconeantenne.

Das GRAVES-Radar als Signalquelle

Jetzt aber erst mal ein kleiner Abstecher!

In Frankreich gibt es seit 2005 ein Weltraumüberwachungssystem mit dem Namen GRAVES. Dieses Radar ist eine Einrichtung des französischen Militärs. Es dient der Identifikation und Beobachtung niedrig umlaufender Satelliten. Als „Radarsignal“ wird ein CW (Morse) Dauersignal auf der Frequenz 143.050 MHz ausgestrahlt. Und genau dieses Signal machen wir uns bei der Beobachtung (und dem Hören) der Meteore zunutze.

Der Empfänger wird am besten auf 143.049 MHz und die Betriebsart USB eingestellt. USB hat eine größere Bandbreite als CW.

Warum man Meteore hören kann

Fällt jetzt ein Meteor in die Erdatmosphäre, fängt er durch die Reibungskraft an zu glühen und verglüht schließlich. Dies hat die sogenannten Sternschnuppen zur Folge, die man bei Nacht schön beobachten kann. Eine Sternschnuppe ist also nichts anderes als ein verglühender Meteor. Dieser hinterlässt durch das Verglühen eine Spur von ionisiertem Gas. Genau genommen heißt der Körper Meteoroid und nur die Leuchterscheinung Meteor. Ich bleibe hier beim geläufigen Wort.

Das Dauersignal, welches vom GRAVES ausgestrahlt wird, wird zum einen von dem Meteor selbst und zum anderen von dem ionisierten Gas reflektiert. Dieses reflektierte Signal wird durch unsere Antenne wieder aufgefangen. So können wir also den Meteor hören! Die Reflexion von Funkwellen an solchen Spuren ist unter Funkamateuren als Meteorscatter bekannt.

Mein Empfänger: AOR AR8000

Ich benutze für diesen Zweck einen Funkscanner AOR AR8000:

Funkscanner AOR AR8000
AOR AR8000

Wann es am meisten zu hören gibt

Es fallen ununterbrochen Meteore auf die Erde. So kann immer etwas gehört werden. Allerdings gibt es im Jahr mehrere Meteorströme. Diese bringen eine deutliche Erhöhung der Fallrate mit. Die bekanntesten dürften die Perseiden im August und die Geminiden im Dezember sein. Auch in den Tagen vor und nach einem Maximum können viele Meteore beobachtet werden.

Meteore mit Spectrum Lab sichtbar machen

Mit dem Programm Spectrum Lab (oder einem ähnlichen) können diese Meteore auch auf dem Bildschirm sichtbar gemacht werden. Dazu wird der Kopfhörerausgang des Empfängers mit dem Eingang der Soundkarte am PC verbunden. Dann wird das Programm Spectrum Lab gestartet. Und das war es im Prinzip schon … Natürlich können noch die Einstellungen geändert werden, das Programm ist sehr umfangreich. Aber die Meteore können jetzt schon gesehen werden.

Hier mein Setup:

Mein Aufbau für den Empfang von Meteoren

Für den Empfang wird eine Disconeantenne benutzt. Hier links im Bild:

Disconeantenne für den Empfang, links im Bild

Screenshots und Hörbeispiele

Jetzt folgen ein paar Screenshots mit den dazugehörigen Audiodateien. Die Meteore sind die unförmigen großen Flecken in der Mitte. Diese „Flecken“ zeigen die Frequenz (Tonhöhe) des Meteors und den zeitlichen Verlauf an. Die Streifen links und rechts sind Störungen. Das Pfeifen in den Audiodateien unter dem Bild sind die Meteore, die in dem Screenshot zu sehen sind:

Screenshot aus Spectrum Lab mit Meteorsignal (Beispiel 1 von 5)
Screenshot aus Spectrum Lab mit Meteorsignal (Beispiel 2 von 5)
Screenshot aus Spectrum Lab mit Meteorsignal (Beispiel 3 von 5)
Screenshot aus Spectrum Lab mit Meteorsignal (Beispiel 4 von 5)
Screenshot aus Spectrum Lab mit Meteorsignal (Beispiel 5 von 5)

Video: Der Empfang im laufenden Betrieb

Und so sieht das Ganze dann im laufenden Betrieb aus:

Empfänger und Antenne bei eBay

Der AOR AR8000 ist ein älteres Gerät, das Du am ehesten gebraucht findest. Disconeantennen und SDR-Sticks gibt es auch neu:

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