Gasspeicher Winter 2026/27: Reicht das Gas? Analyse und Ausblick

Der Gasspeicher Winter 2026/27 beginnt mit einem Füllstand von 61 Prozent – so viel Gas war zum Stichtag 1. November in den deutschen Speichern eingelagert. Das ist deutlich weniger als in den Vorjahren: Zur gleichen Zeit 2025 waren es rund 75 Prozent, 2024 sogar fast 100 Prozent. Damit wurden die gesetzlichen Füllstandsvorgaben deutlich verfehlt – für die meisten Speicher sind 80 Prozent vorgeschrieben. Was es mit diesen Vorgaben genau auf sich hat, erkläre ich weiter unten.

In diesem Update schaue ich mir an, was sich seit meinem letzten Artikel im August verändert hat, wo wir zum Stichtag stehen und wie weit das Gas reichen würde. Dafür habe ich mit dem KI-Assistenten Claude eine Vorausrechnung für einen milden, einen normalen und einen kalten Winter erstellt. Wichtig vorweg: Das ist eine vereinfachte Modellrechnung, keine Prognose.

Stand dieses Artikels: 1. November 2026

Alle Zahlen und Einschätzungen in diesem Artikel beziehen sich auf den 1. November 2026.

Vorherige Teile dieser Reihe:

→ Stromversorgung in Deutschland 2026 (Februar 2026)

→ Energiepreise in Deutschland 2026 (März 2026)

→ Sicherheitsplattform Strom: Was die Bundesnetzagentur plant (August 2026)

Das Wichtigste in Kürze: Die deutschen Gasspeicher starten mit 61 Prozent (rund 151 Terawattstunden) in den Winter 2026/27. Schon im September meldete der Speicherverband INES den niedrigsten Stand zu dieser Jahreszeit seit Beginn seiner Aufzeichnungen vor 15 Jahren. Seit August ist zwar weiter eingespeichert worden, aber zu wenig – das Ziel von 80 Prozent wurde verfehlt. Die Bundesnetzagentur hält die Versorgung weiterhin für sicher und die Gefahr einer angespannten Lage für gering, rechnet aber mit einem niedrigen Füllstand am Ende des Winters. Bei einem milden oder normalen Winter dürfte das Gas reichen. Bei einem langen, kalten Winter wird es eng – dann hängt alles davon ab, wie viel zusätzlich importiert werden kann. Ich selbst bleibe skeptisch – warum, erkläre ich weiter unten.

Was sich seit August geändert hat

Seit meinem Artikel vom 4. August ist der Speicherfüllstand von rund 47 auf 61 Prozent gestiegen. Das ist ein Zuwachs, aber kein großer – für die gesetzlichen Vorgaben reicht er bei Weitem nicht. An den Ursachen für die niedrigen Stände hat sich dagegen wenig geändert. Die Übersicht zeigt die wichtigsten Punkte im direkten Vergleich.

Stand August 2026Stand Ende Oktober 2026
Gasspeicherca. 47 % (3.8.), Einspeicherung ca. 0,1 Prozentpunkte pro TagHöchststand 61,7 % am 27.10., seitdem wird ausgespeichert; zum Stichtag 61,0 %
Lagebewertung BundesnetzagenturVersorgung stabilWeiter stabil, Gefahr gering – Entwicklung wird aber „sehr ernst“ genommen
Strategische Gasreserveangekündigt, Gesetzentwurf erwartetReferentenentwurf vom 12.10., Aufbau erst 2027; zusätzlich muss die bundeseigene SEFE bis 15.12. 8 TWh einspeichern
Straße von Hormusbrüchige Waffenruhenur eingeschränkt passierbar, im Oktober wieder vermehrt Angriffe auf Schiffe
Katar / Ras LaffanWiederanlauf bis Ende August erwartetExport weiter nur minimal, Kapazität für 3–5 Jahre ca. 17 % niedriger
Russland DieselExportstopp bis 31.1.2027Exportverbot für Kraftstoffe bis 31.1.2027, auch für Diesel-Produzenten am 31.10. bis 31.1.2027 verlängert
Sicherheitsplattform StromAufbau bekannt gewordenStart im Laufe des Winters 2026/27 geplant

Gasspeicher: weiter befüllt, aber weit unter Vorjahr

Anfang September lag der Füllstand laut dem Speicherverband INES bei rund 53 Prozent – ein Wert, der im Vorjahr schon Ende Juni erreicht war. Danach ging die Einspeicherung etwas schneller voran: Am 22. Oktober meldete die Bundesnetzagentur 61,1 Prozent, zum gleichen Tag 2025 waren es rund 75 Prozent. Den Höchststand erreichten die Speicher laut AGSI am 27. Oktober mit 61,7 Prozent. Seitdem wird bereits wieder mehr Gas entnommen als eingespeichert – die Heizperiode hat also schon vor dem Stichtag begonnen.

Wichtig zum Verständnis: Die Vorgabe von 80 Prozent gilt nicht für Deutschland insgesamt, sondern für jeden der rund 47 Speicher einzeln. Und sie ist nicht überall gleich hoch. Laut Gasspeicherfüllstandsverordnung müssen sechs Porenspeicher, darunter Rehden als größter deutscher Speicher und Bad Lauchstädt, nur 45 Prozent erreichen. Der Grund: Sie lassen sich technisch nur langsam befüllen und entleeren.

Rechnet man alle Einzelvorgaben zusammen, ergibt sich laut BDEW für Deutschland insgesamt ein Mischwert von rund 70 Prozent. Auch diesen Wert erreichen die Speicher zum Stichtag nicht. Der Füllstand, den ich in diesem Artikel nenne, ist immer der Durchschnitt über alle deutschen Speicher.

Bundesnetzagentur: stabil, aber „sehr ernst“

Die Bundesnetzagentur bewertet die Gasversorgung in ihrem Lagebericht vom 30. Oktober weiterhin als stabil und die Gefahr einer angespannten Versorgung als gering. Gleichzeitig schreibt sie, dass sie die niedrigen Füllstände sehr ernst nimmt. Das Erreichen der Füllstandsziele sei für die sichere Versorgung nicht zwingend, entscheidend sei das Zusammenspiel aus Pipelineimporten, Speichern und LNG.

Bemerkenswert ist ein Satz am Ende: Die Behörde hält einen vergleichsweise niedrigen Speicherfüllstand am Ende des Winters für wahrscheinlich. Die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas gilt unverändert seit dem 1. Juli 2025.

Meine Einordnung: Eine Behörde wird kaum von sich aus Alarm schlagen – auch Verunsicherung zu vermeiden gehört zu ihrer Aufgabe. Das muss man bei jedem Lagebericht mitdenken. Deshalb lohnt sich der Blick darauf, was passiert, nicht nur darauf, was gesagt wird.

Und da fällt auf: Die Bundesnetzagentur baut eine Sicherheitsplattform Strom auf, über die im Ernstfall die Industrie gedrosselt werden kann. Die Bundesregierung plant eine staatliche Gasreserve. Beides wäre kaum nötig, wenn man die Lage für völlig unproblematisch hielte.

Die Bundesnetzagentur verweist auf stabile Pipelineimporte und freie Kapazitäten an den LNG-Terminals – die waren in der letzten Oktoberwoche nur zu gut 28 Prozent ausgelastet. Freie Terminals helfen aber nur, wenn auch Schiffe kommen – und um jede LNG-Ladung konkurriert Europa derzeit mit Asien. Asien hat im Oktober so viel LNG eingeführt wie seit drei Monaten nicht mehr, der Spotpreis dort liegt auf dem höchsten Stand seit Ende 2023. In Europa stieg der Gaspreis am 28. Oktober erstmals seit Dezember 2022 über 100 Euro je Megawattstunde – vor Beginn des Iran-Kriegs waren es rund 32 Euro.

Unterm Strich heißt das für mich: Im Moment fließt (noch) genug Gas nach Deutschland, um den laufenden Verbrauch zu decken. Für volle Speicher hat es aber nicht gereicht. Deshalb bleibt für einen kalten Winter nur wenig Reserve – und wer dann zusätzliches Gas braucht, muss mit hohen Preisen und starker Konkurrenz rechnen.

EU: Aufruf zum Sparen, Warnung vor einem schwierigen Winter

Auch auf EU-Ebene hat sich der Ton verschärft. EU-Energiekommissar Dan Jørgensen hat die Mitgliedstaaten Ende September in einem Brief aufgefordert, den Gas- und Stromverbrauch zu senken. Er spricht von einer „Preiskrise, die mit einer Versorgungskrise zusammenhängt“. Vorgeschlagen werden Maßnahmen wie aus dem Jahr 2022: niedrigere Temperaturen in öffentlichen Gebäuden, keine beheizten Außenbereiche, weniger öffentliche Beleuchtung. Eine Sparpflicht ist das nicht – die Maßnahmen sind freiwillig. Am 28. Oktober sagte Jørgensen in Brüssel: „Wir wissen, dass dieser Winter für die Bürgerinnen und Bürger in Europa und für unsere Wirtschaft insgesamt schwierig wird.“

Die EU-Energieagentur ACER kommt in ihrem aktuellen Gas-Monitoring-Bericht zu einem ähnlichen Bild: Die EU geht mit Speicherständen unter dem Neun-Jahres-Durchschnitt in den Winter, im Sommer kam kein nennenswertes LNG aus Katar mehr in der EU an, und Europa wird im Winter mit Asien um flexible LNG-Ladungen konkurrieren. Hinzu kommt: Ab Januar 2027 endet der Import von russischem LNG in die EU vollständig. Das Energieforschungsinstitut IEEFA rechnet deshalb damit, dass die EU ihren Gasverbrauch in diesem Winter um rund sieben Prozent senken müsste, wenn die Lücke nicht durch zusätzliche Importe geschlossen wird.

Bemerkenswert ist ein Vergleich: EU-weit waren die Speicher am 21. Oktober zu rund 75 Prozent gefüllt. Deutschland lag zur gleichen Zeit bei rund 61 Prozent – und damit deutlich unter dem europäischen Durchschnitt.

Gasreserve: Gesetzentwurf da – für diesen Winter zu spät

Am 12. Oktober hat das Bundeswirtschaftsministerium einen Referentenentwurf für eine nationale Gasreserve in die Abstimmung gegeben. Geplant sind rund 24 Terawattstunden, etwa ein Zehntel der deutschen Speicherkapazität. Zugreifen darf der Staat darauf erst, wenn die Notfallstufe ausgerufen ist.

Finanziert werden soll die Reserve über eine neue Umlage auf den Gasverbrauch ab Oktober 2027. Der Aufbau beginnt 2027 – für den Gasspeicher Winter 2026/27 spielt die Reserve also keine Rolle. Das hatte ich im August schon vermutet, jetzt steht es im Entwurf.

Einen ersten staatlichen Eingriff gab es trotzdem schon: Ende September hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche das bundeseigene Unternehmen SEFE angewiesen, bis zum 15. Dezember zusätzlich 8 Terawattstunden Gas einzuspeichern. Das entspricht gut 3 Prozentpunkten Füllstand. Das Ministerium nannte das ausdrücklich auch ein „klares Signal an weitere Unternehmen“. Auch hier gilt: Eine Behörde, die keinen Handlungsbedarf sieht, ordnet keine Zusatzkäufe an.

Hormus und Katar: keine Entspannung

Im August stand in meinem Artikel, dass Analysten die volle Wiederaufnahme der LNG-Produktion in Ras Laffan frühestens Ende August erwarten. Daraus ist nichts geworden. Katar exportiert weiterhin nur geringe Mengen durch die Straße von Hormus. Nach einer Öffnung der Meerenge könnten die unbeschädigten Anlagen laut QatarEnergy innerhalb weniger Wochen wieder normal arbeiten – die zerstörten Stränge fehlen aber für Jahre. Die Hintergründe zu Katar und Hormus habe ich im März-Artikel zu den Energiepreisen ausführlich erklärt.

Im Oktober hat sich die Lage an der Straße von Hormus wieder verschärft. Allein in der Nacht zum 22. Oktober wurden nach iranischen Angaben sieben Tanker beschädigt oder in Brand gesetzt – durch Beschuss oder Seeminen. Die iranischen Revolutionsgarden hatten bereits Anfang Oktober angekündigt, Schiffe ohne iranische Genehmigung in der gesamten Region zu verfolgen.

Hinzu kommen Drohungen gegen die Infrastruktur der Nachbarstaaten. Für den Fall neuer Angriffe hat Iran gedroht, Unterseekabel und Rechenzentren in den Golfstaaten ins Visier zu nehmen. Mit Angriffen auf Energieanlagen am Golf hatte Iran schon im März gedroht.

Ende Oktober hat sich die Lage weiter zugespitzt: Laut Berichten haben die USA eine erweiterte Ausreise von Diplomatenpersonal aus der Region angeordnet, und US-Präsident Trump deutete an, die Angriffe auf den Iran könnten nach den US-Kongresswahlen am 3. November wieder aufgenommen werden (Energy News Magazine).

Für Deutschland heißt das vor allem: LNG bleibt auf dem Weltmarkt knapp und teuer, Europa konkurriert mit Asien um jede Ladung. Eine weitere Eskalation am Golf würde das noch verschärfen – und zwar genau in den Wintermonaten, in denen Europa auf zusätzliche Lieferungen angewiesen ist.

Diesel aus Russland: Exportverbote laufen weiter

Russlands allgemeines Exportverbot für Kraftstoffe gilt bis Ende Januar 2027. Hier muss ich meinen August-Artikel korrigieren: Die dort erwähnten Ausnahmen für Diesel-Produzenten ab September kamen so nicht – das Verbot für Produzenten wurde Schritt für Schritt verlängert, zuletzt am 31. Oktober bis Ende Januar 2027.

Neu ist ein Diesel-Abkommen zwischen den USA und Russland: Nach einem Telefonat mit Putin kündigte Trump am 10. Oktober an, dass Russland in mehreren Schritten bis zu rund 4,8 Millionen Tonnen Diesel an die USA und den Weltmarkt liefern soll. Für Europa ändert das direkt nichts – russischer Diesel darf seit Februar 2023 nicht in die EU eingeführt werden. Der Branchenverband Fuels und Energie erwartet keine nennenswerten Auswirkungen auf die Weltmarktpreise.

Wie angespannt der Markt ist, zeigt ein anderer Schritt: Die Internationale Energieagentur (IEA) beschleunigt die Freigabe der Ölreserven, die ihre Mitglieder im März wegen des Iran-Kriegs beschlossen hatten – die restlichen rund 100 Millionen Barrel, darunter 20 Millionen Barrel Diesel. Die IEA erwartet, dass Diesel weltweit bis weit ins Jahr 2027 knapp bleibt. Der Markt wird also schon jetzt zum Teil aus Notreserven gestützt. Für Gas gibt es keine vergleichbare internationale Notreserve – in Deutschland soll eine erst ab 2027 entstehen.

Stichtag 1. November: Gasspeicher Füllstand im Jahresvergleich

Zum Stichtag 1. November lag der Gasspeicher Füllstand in Deutschland bei 61,0 Prozent, das sind rund 151 Terawattstunden Erdgas. Die Zahl stammt von der europäischen Transparenzplattform AGSI+, auf der die Speicherbetreiber ihre Füllstände täglich melden.

WinterFüllstand Anfang NovemberStand am Ende des Winters
2023/24nahezu 100 %Ende April noch über zwei Drittel
2024/25über 95 % (Vorgabe damals 95 %)29 % am 1. April 2025
2025/2675 %rund 20 % Ende Februar 2026
2026/2761,0 %?

Die Tabelle zeigt das eigentliche Problem: Der vergangene Winter ist schon mit wenig Puffer gestartet und hat die Speicher bis auf rund 20 Prozent geleert. Der Winter 2026/27 beginnt noch einmal 14 Prozentpunkte niedriger.

Was der Füllstand allein nicht verrät: Auch im Winter kommt weiter Gas nach Deutschland, über Pipelines und LNG-Terminals. Vom 22. bis 28. Oktober kamen laut Bundesnetzagentur 18,3 Terawattstunden über Pipelines und 1,1 Terawattstunden über die deutschen LNG-Terminals – im Schnitt knapp 2,8 Terawattstunden pro Tag. Die Speicher müssen nur die Lücke zwischen diesen Importen und dem Verbrauch schließen. Diese Lücke ist bei Kälte groß, bei milder Witterung klein.

KI-Vorausrechnung: Wie weit reichen die Gasspeicher im Winter 2026/27?

Nach meiner KI-gestützten Rechnung reicht das Gas bei einem milden oder normalen Winter bis zum Frühjahr – aber knapp und mit deutlich weniger Reserve als in früheren Jahren. Bei einem kalten Winter, wie wir ihn mit dem frostigen Januar 2026 zuletzt erlebt haben, würden die Speicher dagegen schon Ende Januar unter die 20-Prozent-Marke fallen. Wie ich auf diese Zahlen komme, erkläre ich gleich im Detail.

Wichtiger Hinweis: Diese Vorausrechnung habe ich zusammen mit Claude erstellt, dem KI-Assistenten von Anthropic. Sie ist eine vereinfachte Modellrechnung auf Basis echter Messwerte und keine Prognose. Sie muss keineswegs so eintreffen. Das tatsächliche Wetter, die Importmengen und das Verhalten der Gashändler können die Entwicklung in beide Richtungen deutlich verändern.

So habe ich gerechnet

Ausgangspunkt der Vorausrechnung ist der Füllstand zum Stichtag. Davon ausgehend habe ich berechnet, wie weit das eingelagerte Gas reicht, wenn dieser Winter so verläuft wie einer der vergangenen. Grundlage sind die täglichen Füllstände der deutschen Gasspeicher seit Oktober 2021 aus der europäischen Datenbank AGSI+. Daraus ergeben sich drei Fälle:

  • Mild: Die Speicher geben über den Winter rund 87 Terawattstunden ab. So viel war es im Durchschnitt der beiden milden Winter 2022/23 (83 TWh) und 2023/24 (91 TWh).
  • Normal: rund 96 Terawattstunden. Das entspricht dem Normal-Szenario des Speicherverbands INES vom September (von 77 auf 38 Prozent).
  • Kalt: Hier übertrage ich den tatsächlichen Verlauf des letzten Winters 2025/26 Tag für Tag auf den diesjährigen Startwert. Mit seinem frostigen Januar zog er bis zum Tiefpunkt am 25. Februar rund 137 Terawattstunden aus den Speichern.

Für mild und normal habe ich die Verteilung über die Monate aus den beiden milden Wintern übernommen. Bis zum 1. Februar fallen dort knapp zwei Drittel der gesamten Entnahme an, im kalten Winter 2025/26 waren es rund 80 Prozent.

Warum gerade der Winter 2025/26 als Vergleich? Wie viel Gas aus den Speichern kommt, hängt nicht nur am Wetter, sondern auch daran, wie viel überhaupt drin ist. Im Winter 2024/25 waren die Speicher fast voll – und es wurden 175 Terawattstunden entnommen, obwohl er kein Extremwinter war. Der letzte Winter startete dagegen – ähnlich wie dieses Jahr – mit niedrigen Speichern (75 Prozent). Ein Unterschied bleibt: Damals war die Straße von Hormus noch offen, LNG war also leichter zu bekommen als in diesem Winter.

Welche Daten ich verwendet habe: Füllstände und Speicherkapazität (247,4 Terawattstunden) stammen aus den Tageswerten von AGSI+, Importmengen und Auslastung der LNG-Terminals aus den Lageberichten der Bundesnetzagentur, das Normal-Szenario von INES. Claude hat die Daten abgerufen, ausgewertet und die Szenarien durchgerechnet. Die Zahlen habe ich anschließend selbst nachvollzogen.

Was die Rechnung nicht berücksichtigt:

  • Für mild und normal rechnet sie mit einem durchschnittlichen Verlauf, nicht mit einzelnen Kälte- oder Wärmephasen.
  • Sie geht davon aus, dass sich die Importe ähnlich verhalten wie in den Vergleichswintern. Händler können bei leeren Speichern mehr importieren – oder bei Lieferproblemen weniger.
  • Sie unterscheidet nicht zwischen einzelnen Speichern. Manche können deutlich leerer sein als der Durchschnitt.
  • Eine Kältewelle in ganz Europa, bei der alle Länder gleichzeitig mehr Gas brauchen, ist nicht gesondert eingerechnet.

Das Ergebnis

Szenario1. Dez.1. Jan.1. Feb.1. März1. April
Mild58 %52 %38 %30 %26 %
Normal58 %51 %36 %27 %22 %
Kalt (wie 2025/26)53 %42 %17 %6 %7 %

Ausgangswert: 61,0 % zum 1. November 2026. Gesetzlich vorgeschrieben sind am 1. Februar 30 Prozent. Eigene Berechnung mit Claude (KI von Anthropic) auf Basis der AGSI-Tageswerte, der Bundesnetzagentur und INES.

Was die Zahlen bedeuten – und was nicht

Mild und normal: Am 1. Februar lägen die Speicher bei rund 36 bis 38 Prozent und damit über der gesetzlichen Marke von 30 Prozent. Ende März wären es noch 22 bis 26 Prozent. Das reicht – aber mit deutlich weniger Reserve als früher. Nach den milden Wintern 2023 und 2024 waren die Speicher im Frühjahr noch zu rund zwei Dritteln gefüllt.

Wie viel Reserve für Kälte bleibt: Im Januar 2026 sank der Füllstand im Schnitt um knapp einen Prozentpunkt pro Tag, an den kältesten Tagen um mehr als einen. Bei einem normalen Winter lägen die Speicher am 1. Februar bei rund 36 Prozent – also 16 Prozentpunkte über der kritischen Marke von 20 Prozent. Dieser Puffer reicht für etwa 20 Tage Kälte wie im Januar 2026. Kommt im Februar eine längere Frostphase, wird es also auch in diesem Szenario knapp.

Kalt: Wiederholt sich der letzte Winter, fiele der Füllstand um den 28. Januar unter 20 Prozent. Ende Februar läge er rechnerisch nur noch bei rund 6 Prozent. In der Praxis würde es schon vorher schwierig, weil die Speicher bei so niedrigen Ständen das Gas nicht mehr schnell genug abgeben können – dazu gleich mehr.

Was gegenüber dem Vorjahr fehlt: Um einen Winter wie den letzten zu überstehen, ohne unter 20 Prozent zu fallen, braucht es zum Start rund 75 Prozent – genau so viel wie im Vorjahr. Zum Stichtag fehlen dazu rund 14 Prozentpunkte. Das entspricht etwa 18 Tagen Kälte wie im Januar 2026.

Wer diese Lücke füllen müsste: Was nicht im Speicher liegt, muss im Winter zusätzlich importiert werden – von Dezember bis Ende Februar rund 0,4 Terawattstunden pro Tag mehr als im letzten Winter. Die deutschen LNG-Terminals waren zuletzt nur zu knapp 30 Prozent ausgelastet. Nach den Zahlen der Bundesnetzagentur liegt ihre freie Kapazität bei rund 0,4 Terawattstunden pro Tag. Der zusätzliche Bedarf entspricht also ziemlich genau der freien Kapazität. Technisch ginge es gerade so – aber nur, wenn die Terminals drei Monate lang voll ausgelastet wären und genügend Schiffe kämen. Genau das ist bei der Konkurrenz mit Asien um jede LNG-Ladung nicht sicher.

Welcher Winter wird es? Was El Niño damit zu tun hat

Ob der Winter mild, normal oder kalt wird, weiß niemand. Ein Faktor wird in diesem Jahr aber besonders viel diskutiert: das Wetterphänomen El Niño. Dabei erwärmt sich alle paar Jahre der tropische Pazifik vor Südamerika ungewöhnlich stark. Das verändert die Luftströmungen über großen Teilen der Erde und kann so auch das Wetter weit entfernter Regionen beeinflussen (mehr zu El Niño).

Die US-Wetterbehörde NOAA hat im Juni 2026 ein El-Niño-Ereignis ausgerufen, das als außergewöhnlich stark gilt und voraussichtlich bis ins Frühjahr 2027 anhält.

Auf Europa wirkt El Niño nur indirekt. In El-Niño-Jahren waren die Winter im Norden Europas vor allem im Januar und Februar häufiger kalt, weil der Polarwirbel dann anfälliger für Störungen ist. Einen festen Zusammenhang gibt es aber nicht.

Die Jahreszeitenprognose des europäischen Copernicus-Dienstes vom 10. Oktober sagt für Europa insgesamt einen eher milden Winter voraus. Für Januar und Februar ist sie aber deutlich unsicherer: Dann sind einzelne, teils wochenlange Kälteeinbrüche möglich – auch in einem insgesamt milden Winter.

Zum Start in den November gab es bereits erste Nachtfröste und Schnee in den Alpen. Für die Zeit um den 10. November zeigen einige Wettermodelle einen stärkeren Kälteeinbruch aus Nordosteuropa – ob er so kommt, ist aber noch unsicher.

Für die Gasspeicher ist genau das entscheidend. Eine Kältewelle im Januar oder Februar träfe auf Speicher, die dann ohnehin schon deutlich leerer sind. Wie viel ein einzelner kalter Monat ausmacht, hat der letzte Winter gezeigt: Im Januar 2026 stammten laut INES rund 38 Prozent des verbrauchten Gases aus den Speichern.

Warum immer von 20 Prozent die Rede ist

Die 20-Prozent-Marke ist keine gesetzliche Grenze, sondern eine technische. Vor allem bei Porenspeichern – dazu gehört auch Deutschlands größter Speicher in Rehden – hängt die Förderung vom Druck in der Lagerstätte ab. Je leerer der Speicher, desto geringer der Druck und desto weniger Gas lässt sich pro Tag entnehmen. Unter etwa 20 Prozent kann die Entnahmeleistung auf 30 bis 50 Prozent der Maximalleistung sinken.

Genau diese Leistung wird im Winter gebraucht. An kalten Tagen muss sehr viel Gas auf einmal aus den Speichern kommen: Am 8. Januar 2026 lieferten sie laut EWE über 3.500 Gigawattstunden an einem einzigen Tag. Bei fast leeren Speichern ist das nicht mehr möglich – das Gas ist rechnerisch noch da, kommt aber nicht schnell genug heraus. Bei Porenspeichern kommt hinzu, dass bei zu niedrigem Druck Grundwasser in den Speicher eindringen und ihn dauerhaft schädigen kann. Ausführlich habe ich das im Februar-Artikel zur Stromversorgung erklärt.

Für das kalte Szenario heißt das: Bei rund 6 Prozent Ende Februar wäre nicht mehr entscheidend, wie viel Gas noch im Speicher liegt, sondern wie viel sich pro Tag noch fördern lässt.

Was das für die Industrie bedeuten würde

Reicht das Gas nicht mehr aus, greift der Notfallplan Gas. In der Notfallstufe verteilt die Bundesnetzagentur als Bundeslastverteiler die verfügbaren Mengen. Private Haushalte, Krankenhäuser und soziale Einrichtungen sind geschützt – zuerst müssten Industriebetriebe ihren Verbrauch drosseln oder einstellen. Dafür gibt es seit 2022 die Sicherheitsplattform Gas, auf der Großverbraucher registriert sind. Eingesetzt wurde sie bisher nicht.

Ein Gasengpass bliebe aber nicht beim Gas. Gaskraftwerke sichern die Stromversorgung ab, wenn Wind und Sonne fehlen – gerade bei windstillen Wintertagen. Für eine länger anhaltende Strommangellage baut die Bundesnetzagentur deshalb die Sicherheitsplattform Strom auf. Darüber können große Stromverbraucher mit 24 bis 72 Stunden Vorlauf angewiesen werden, ihren Verbrauch zu senken. Betroffen wären energieintensive Branchen wie Chemie, Glas, Papier und Metall, aber auch Betriebe wie Großbäckereien. Eine Entschädigung ist dafür nach dem Energiesicherungsgesetz grundsätzlich nicht vorgesehen – die Hintergründe stehen in meinem August-Artikel.

Ob es so weit kommt, ist offen. Die Instrumente dafür liegen aber bereit.

Zum Vergleich: Was der Speicherverband INES rechnet

INES hat im September mit einem eigenen Marktmodell gerechnet, allerdings mit 77 Prozent Füllstand zum 1. November – deutlich mehr, als jetzt tatsächlich erreicht wurde. Selbst damit kommt INES bei einem extrem kalten Winter (Wetterjahr 2010) auf Versorgungslücken von bis zu 2 Terawattstunden pro Monat im Januar und Februar 2027. Bei normalen oder warmen Temperaturen reichten 77 Prozent dagegen aus. Das nächste INES-Update erscheint am 10. November – dann mit dem tatsächlichen Stichtagswert.

Wer selbst rechnen möchte: Der DVGW bietet eine interaktive Reichweitenprognose für die deutschen Gasspeicher an, bei der Du Temperatur und Importe per Schieberegler verändern kannst.

Rückblick: Was aus meiner Einschätzung vom August geworden ist

Meine Einschätzung vom August muss ich teilweise korrigieren: Die Befüllung lief etwas besser als befürchtet, das Risiko liegt aber weiter beim kalten Winter. Im August hatte ich geschrieben, dass ich eine Mangellage gegen Ende der Heizperiode für sehr wahrscheinlich halte – unter zwei Bedingungen: Die Befüllung geht so langsam weiter wie bisher, und der Winter wird kälter oder länger als die letzten.

Die erste Bedingung ist so nicht eingetreten. Statt rund 0,1 Prozentpunkten pro Tag kamen seit Anfang August im Schnitt knapp 0,2 Prozentpunkte am Tag dazu. Damit stehen wir zum Stichtag bei 61 Prozent statt bei den gut 55 Prozent, die sich im August hochrechnen ließen.

Die zweite Bedingung ist offen – das Wetter kennt niemand. Nach der Vorausrechnung oben würde ich meine Einschätzung heute so formulieren: Bei einem milden oder normalen Winter dürfte das Gas reichen. Bei einem langen, kalten Winter halte ich Engpässe gegen Ende Januar oder im Februar weiterhin für ein reales Risiko.

Und ganz ehrlich: Ich bleibe skeptisch. Selbst die INES-Rechnung, nach der das Gas bei normalen Temperaturen reicht, ging von 77 Prozent zum Stichtag aus – erreicht wurden 61 Prozent. Der Puffer ist damit kleiner, als selbst die Fachleute im September angenommen hatten. Beweisen kann ich das nicht, und ich hoffe, dass ich mich irre.

Und das Stromnetz?

Gas und Strom hängen eng zusammen, weil Gaskraftwerke das wichtigste Backup für Wind und Sonne sind – das habe ich im Februar-Artikel ausführlich erklärt. Für den Winter 2026/27 hat die Bundesnetzagentur einen Bedarf an Netzreservekraftwerken von 7.407 Megawatt festgestellt, nach 6.493 Megawatt im Winter davor. Davon kommen 4.742 Megawatt aus deutschen Reservekraftwerken und 2.665 Megawatt aus dem Ausland.

Der steigende Reservebedarf zeigt, dass der Netzausbau weiter hinterherhinkt. Die Sicherheitsplattform Strom, über die im Krisenfall große Industrieverbraucher gedrosselt werden könnten, soll nach aktuellem Stand im Laufe dieses Winters an den Start gehen. Ursprünglich war Januar 2026 geplant.

Ausblick: Warum das Problem 2027 nicht gelöst ist

Mit diesem Winter ist das Thema nicht erledigt. Die Ausgangslage für 2027 ist schon jetzt schwierig, und dafür gibt es mehrere Gründe.

  • Katar fehlt für Jahre: Wegen der zerstörten Anlagen wird Katars LNG-Produktion laut Branchenberichten drei bis fünf Jahre lang rund 17 bis 20 Prozent unter ihrer Kapazität bleiben. Wie sich der Krieg um den Iran weiterentwickelt, ist offen.
  • Leere Speicher im Frühjahr: Je weniger Gas im März noch in den Speichern liegt, desto mehr muss im Sommer 2027 nachgefüllt werden – bei weiterhin knappem und teurem LNG. Schon 2026 hat das nicht gereicht: Die Speicher starteten laut INES am 1. April mit rund 22 Prozent und kamen bis zum Stichtag nur auf 61 Prozent.
  • Die Gasreserve braucht selbst Gas: Die geplante Reserve von rund 24 Terawattstunden soll ab 2027 aufgebaut werden. Das Gas dafür muss zusätzlich zur normalen Befüllung beschafft werden.

Für mich heißt das: Nicht vollständig gefüllte Gasspeicher könnten uns noch einige Winter begleiten. Umso wichtiger ist es, die Entwicklung im Blick zu behalten – und die eigene Vorsorge nicht nur für diesen einen Winter zu denken.

Was Du jetzt tun kannst

Notfallvorrat für den Winter mit Wasser, Konserven, Kurbelradio und Taschenlampe (KI-generiertes Symbolbild)
KI-generiertes Symbolbild

Für Privathaushalte ändert der niedrige Füllstand vor allem eines: Es lohnt sich, die eigene Vorsorge jetzt einmal zu prüfen. Private Haushalte gehören nach dem Notfallplan Gas zu den geschützten Kunden und würden zuletzt eingeschränkt – zuerst träfe es die Industrie.

  • Energiekosten: Die Bundesnetzagentur empfiehlt angesichts der weiter hohen Preise einen sparsamen Umgang mit Gas. Wer einen variablen Tarif hat, sollte Festpreisangebote vergleichen.
  • Vorrat: Das BBK empfiehlt unabhängig von der Lage einen Vorrat für mindestens zehn Tage – Wasser, haltbare Lebensmittel, batteriebetriebenes Radio, Taschenlampen, Kerzen und eine geladene Powerbank.
  • Wärme: Denk daran, dass auch eine Gasheizung ohne Strom meist nicht läuft. Warme Decken und Kleidung gehören deshalb ebenfalls zur Wintervorsorge.
  • Strom und Licht: Für Licht, Radio und Handy-Laden ohne Netzstrom habe ich selbst getestet: die Powerstation Jackery Explorer 1000, ein faltbares Solarpanel und Powerbanks. Wer über mehr Leistung nachdenkt, findet in meiner Stromgeneratoren-Kaufberatung den Vergleich mit Benzin-, Diesel- und Gasgeräten.

Technik für den Stromausfall

Welche Geräte ich für Radioempfang, Strom und Licht selbst getestet habe oder nutze, steht in der Übersicht Technische Blackout-Ausrüstung: Was Du zu Hause haben solltest.

Ein Kurbelradio ist die einfachste Lösung, um ohne Netzstrom weiter Nachrichten zu empfangen. Getestet habe ich das Duronic SDAB1 und das Acta Berg Kurbelradio.

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In diesem Artikel verlinke ich passende Produkte bei Amazon und eBay. Hierbei handelt es sich um Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalte ich eine kleine Provision. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten.

Wenn Du die Entwicklung selbst verfolgen willst: Auf meinem Telegram-Kanal @gasspeicherstand_de zeige ich jeden Morgen den aktuellen Füllstand der deutschen Gasspeicher, direkt aus der AGSI-Datenbank. Auf @EnergieVorsorgeDE berichte ich über Versorgungsengpässe und Entwicklungen, die für Deutschland wichtig sind – bei Energie, Lebensmitteln, Medikamenten, Rohstoffen und Lieferketten, immer mit Quellenangabe.

Häufige Fragen zum Gasspeicher Winter 2026/27

Wie voll sind die Gasspeicher zum 1. November 2026?

Zum Stichtag 1. November 2026 waren die deutschen Gasspeicher zu 61 Prozent gefüllt, das sind rund 151 Terawattstunden. Ein Jahr zuvor waren es rund 75 Prozent.

Reicht das Gas für den Winter 2026/27?

Bei einem milden oder normalen Winter reicht das Gas nach meiner Vorausrechnung und nach den Modellen des Speicherverbands INES aus. Bei einem langen, kalten Winter kann es gegen Ende Januar und im Februar eng werden. Entscheidend sind dann zusätzliche LNG-Importe.

Was passiert, wenn die 80-Prozent-Vorgabe verfehlt wird?

Zunächst nichts Unmittelbares. Die Bundesnetzagentur betont, dass das Erreichen der Füllstandsziele für die sichere Versorgung nicht zwingend ist. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Importen, Speichern und Verbrauch.

Ab wann gilt eine Gasmangellage?

Einen festen Füllstand, ab dem eine Gasmangellage ausgerufen wird, gibt es nicht. Darüber entscheidet die Bundesregierung anhand der Gesamtlage. Aktuell gilt die niedrigste von drei Stufen des Notfallplans Gas, die Frühwarnstufe. Was in den einzelnen Stufen passiert, erkläre ich im Artikel zur Stromversorgung in Deutschland 2026.

Hilft die geplante Gasreserve in diesem Winter?

Nein. Die Reserve von rund 24 Terawattstunden soll erst ab 2027 aufgebaut werden. Der Gesetzentwurf liegt seit dem 12. Oktober 2026 vor und muss noch durch Kabinett, Bundestag und Bundesrat.

Fazit

Der Gasspeicher Winter 2026/27 startet mit 61 Prozent so knapp wie lange nicht. Seit August ist zwar weiter eingespeichert worden, die Ursachen der Knappheit – Hormus, Katar, hohe Preise – bestehen aber weiter. Bei einem milden oder normalen Winter dürfte das Gas reichen. Bei einem kalten Winter wird es eng, und dann entscheiden zusätzliche Importe. Panik ist nicht angebracht. Beruhigende Lageberichte sind aber auch kein Grund, die eigene Vorsorge auf die lange Bank zu schieben: Ein Vorrat für zehn Tage, wie ihn das BBK empfiehlt, ist schnell angelegt – und hilft nicht nur bei einem längeren Stromausfall, sondern auch bei Unwettern, Hochwasser oder anderen Notlagen – ganz unabhängig von der Gaslage.

Am 10. November veröffentlicht INES neue Szenarien. Wenn sich daraus etwas Wesentliches ändert, ergänze ich diesen Artikel. Bis dahin findest Du den täglichen Füllstand auf @gasspeicherstand_de und aktuelle Entwicklungen auf @EnergieVorsorgeDE.

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Quellen