Ich nutze mein faltbares Solarpanel seit dem Frühjahr 2024. Gekauft habe ich es bereits im Dezember 2023, aber im Winter lohnt sich der Einsatz natürlich nicht. Seitdem ist es über drei Sommer im Einsatz gewesen: zum Laden von Handy, iPad und Kurzwellenradio. Das genaue Modell, ein X-DRAGON Solar Ladegerät mit 20 Watt Spitzenleistung, ist bei Amazon aktuell leider nicht mehr verfügbar. Trotzdem lohnt es sich, diesen Beitrag zu lesen, denn die grundsätzliche Funktionsweise – Reihenschaltung mehrerer Panel-Segmente, Regler am USB-Ausgang – ist bei den meisten faltbaren Solarpanels ähnlich aufgebaut.
Was ist ein faltbares Solarpanel und wie funktioniert es?
Ein faltbares Solarpanel besteht meist aus mehreren Segmenten – bei meinem Modell sind es drei –, die zum Transport zusammengeklappt werden können und sich zum Laden aufklappen lassen. Die einzelnen Segmente sind in der Regel in Reihe geschaltet, weil eine einzelne Solarzelle nur wenig Spannung liefert. Erst die Reihenschaltung mehrerer Segmente bringt genug Spannung zusammen, um darüber ein Gerät per USB laden zu können.
Am Ende der Kette sitzt ein kleiner eingebauter Regler, der die schwankende Solarspannung in eine stabile USB-Ausgangsspannung umwandelt und die angeschlossenen Geräte vor Überspannung schützt. Bei meinem Panel nennt der Hersteller das „SolarIQ-Technologie“: Strom und Spannung werden automatisch angepasst, um die maximale Leistung herauszuholen.
Genau diese Reihenschaltung erklärt auch eine Beobachtung aus meinem Praxistest weiter unten: Wird auch nur eines der drei Segmente teilweise verschattet – etwa durch einen Ast, eine Kante oder einen Gurt, der darüberliegt –, bricht die Leistung der gesamten Kette spürbar ein, nicht nur die des betroffenen Segments.
Mein faltbares Solarpanel im Alltag: X-DRAGON 20W
Mein Modell ist ein X-DRAGON Solar Ladegerät 20W, 2-Port USB, faltbar, ausgestattet mit SunPower-Solarzellen. Laut Hersteller liegt der Wirkungsgrad dieser Zellen bei 22 bis 25 Prozent, während die meisten Panels am Markt einen Wirkungsgrad von rund 15 Prozent erreichen.


| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Spitzenleistung | 21 W (vermarktet als 20W) |
| Solarzellen | Monokristallin, SunPower |
| Wirkungsgrad | 22–25 % |
| Ausgänge | 2× USB-A |
| Ausgangsleistung | 5V/2,4A pro Port, 5V/4A gesamt |
| Maße gefaltet | 306 × 182 × 13 mm |
| Maße entfaltet | 592 × 306 × 3 mm |
| Gewicht | 0,6 kg |
| Schutzart | IPX4 (wasserdicht) |
| Lieferumfang | Panel, Karabiner, Micro-USB-Kabel, Anleitung |
Alle Angaben laut Hersteller X-DRAGON. Eigenes Modell, gekauft Dezember 2023.
Praxistest: Handy, Tablet und Kurzwellenradio laden
Ich nutze das faltbare Solarpanel, wann immer es die Sonne zulässt, zum Laden von allem, was sich damit laden lässt: meine Handys, die Tablets, meine Radios (zB. das Kurzwellenradio) und auch meine Powerbanks.
Gerade für die Powerbank ist das faltbare Solarpanel eine sinnvolle Ladequelle: Die winzigen Solarzellen, die manche Powerbanks direkt aufgedruckt haben, bringen in der Praxis kaum messbaren Ertrag – man kann sie sich eigentlich sparen. Ein eigenständiges, wenn auch kleines Panel wie meines liefert dagegen echten, nutzbaren Strom. Ein größeres Panel würde die Powerbank natürlich noch schneller füllen, aber auch mein kompaktes Modell reicht für den Zweck völlig aus.
Für diesen Artikel habe ich zusätzlich mit einem kleinen USB-Messgerät (das zwischen Panel und Ladekabel gesteckt wird) ein paar konkrete Werte aufgenommen:
| # | Gerät | Spannung | Strom | Leistung | Bedingungen |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Handy | 5,13 V | 0,27 A | ~1,4 W | hinter Fensterscheibe, leicht bewölkt |
| 2 | Handy | 4,30 V | 0,22 A | ~0,95 W | hinter Fensterscheibe, wechselnde Sonne |
| 3 | Kurzwellenradio | 4,28 V | 0,20 A | ~0,86 W | hinter Fensterscheibe, Panel leicht gedreht |
Eigene Messungen mit USB-Durchgangsmessgerät, August 2026. Kein Labor-/Normmesswert, sondern Praxiswerte unter realen Alltagsbedingungen.
Handy und Radio liefern bei vergleichbarer Ausrichtung nahezu identische Werte – das Panel liefert unabhängig vom angeschlossenen Gerät eine vergleichbare Leistung, weil die Ladeleistung hier vom Panel und den Lichtverhältnissen begrenzt wird, nicht vom angeschlossenen Gerät.
Die gemessenen Werte liegen deutlich unter der Herstellerangabe von 21 Watt – das war aber auch nicht anders zu erwarten, denn alle Messungen sind durch eine Fensterscheibe hindurch bei bewölktem bis wechselhaftem Himmel entstanden, nicht bei direkter Sonneneinstrahlung im Freien. Der Hersteller weist in seiner FAQ selbst darauf hin, dass Wolken den Ertrag deutlich senken und dass Geräte mit einem Ladestrom unter 200mA generell nicht gut mit diesen Panels funktionieren – meine gemessenen 200 bis 270mA lagen also genau im Grenzbereich, was die eher niedrige Leistung zusätzlich erklärt. Bei direkter Sonne im Freien und korrekter Ausrichtung senkrecht zur Sonne ist deutlich mehr möglich.

Faltbares Solarpanel in der Krisenvorsorge: wofür geeignet, wofür nicht
Ein faltbares Solarpanel ersetzt keine Powerstation und keinen Generator – dafür ist die Leistung schlicht zu gering, und ohne eigenen Akku kann es keinen Strom speichern, sondern nur direkt weitergeben, solange die Sonne scheint. Für die in meinem Generator-Artikel beschriebenen größeren Verbraucher wie Kühlschrank oder Heizlüfter ist es ungeeignet.
Wofür es sich aber gut eignet: das kontinuierliche Nachladen von Handys, Powerbanks und kleinen Radios (Weltempfänger, DAB-Radio) über mehrere Tage (natürlich Sonne vorausgesetzt), ohne dass man auf eine Steckdose angewiesen ist – wie oben beim Praxistest beschrieben.
Die BBK-Checkliste aus dem Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ nennt für die Zeit ohne Strom explizit Powerbanks und batteriebetriebene Geräte als Grundausstattung, um informiert und erreichbar zu bleiben. Ein faltbares Solarpanel ist eine sinnvolle Ergänzung dazu, wenn ein Stromausfall länger dauert als der Akku der Powerbank durchhält.

Faltbares Solarpanel kaufen: worauf Du achten solltest
Mein konkretes Modell ist bei Amazon derzeit nicht lieferbar. Bei eBay finden sich noch diverse Modelle der Firma.
Bei der Suche nach einem Ersatz für mein faltbares Solarpanel bin ich auf ein Modell von ALLPOWERS gestoßen, das optisch fast baugleich ist – drei Panels, ähnliche Klappmechanik, vergleichbare Größe. Der wesentliche Unterschied: Es hat einen eingebauten Akku, was ich persönlich für eine deutliche Verbesserung halte. Allerdings ist dabei zu bedenken: Mein Panel war schon bei meinem Kauf 2023 kein brandneues Modell mehr, und das ALLPOWERS-Panel ist entsprechend rund drei Jahre neuer am Markt – da darf man technischen Fortschritt wie einen integrierten Akku auch erwarten. Es ist eine sehr sinnvolle Erweiterung.
Das ALLPOWERS 5V 21W Solar Panel liefert mit 21 Watt eine ähnliche Spitzenleistung wie mein Panel, hat aber zusätzlich eine eingebaute 10.000-mAh-Batterie, sodass sich gespeicherte Energie auch dann noch nutzen lässt, wenn gerade keine Sonne scheint.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Spitzenleistung | 21 W |
| Solarzellen | Monokristallines Silizium PET |
| Wirkungsgrad | 23,5 % |
| Ausgänge | 2× USB-A (5V/3A max.), 1× USB-C (PD 18W max.) |
| Eingänge | 1× Micro-USB, 1× USB-C |
| Eingebauter Akku | 10.000 mAh Li-Polymer |
| Ladezeit Akku | ca. 6–8 Stunden (bei 70.000 Lux) |
| Max. Spannung | 18 V (Gleichstrom) |
| Maße gefaltet | 34 × 18 × 2 cm |
| Maße entfaltet | 58 × 18 × 1 cm |
| Gewicht | ca. 695 g |
| Schutzart | IPX4 (wasserdicht) |
| Lieferumfang | Solarpanel, USB-A-auf-Micro-USB-Kabel, 2× Karabiner, Benutzerhandbuch |
| Garantie | 24 Monate |
| Preis | ca. 90 € (Stand August 2026) |
Alle Angaben laut Hersteller ALLPOWERS, Stand August 2026. Keine eigenen Messwerte.
Worauf Du beim Kauf eines faltbaren Solarpanels generell achten solltest:
- Watt-Angabe realistisch einschätzen: Herstellerangaben sind Spitzenwerte unter Laborbedingungen. Im Alltag, gerade bei bewölktem Himmel, liegt der tatsächliche Ertrag oft deutlich darunter.
- Anschlüsse prüfen: Reine USB-A-Ausgänge reichen für Handy und Powerbank, wer aber auch eine Powerstation direkt laden will, sollte auf einen zusätzlichen DC-Ausgang achten.
- Faltmaß und Gewicht: Für den Krisenvorsorge-Einsatz sollte das Panel klein genug sein, um es griffbereit zu verstauen, ohne beim Camping oder auf Reisen unnötig Platz wegzunehmen.
- Wetterschutz: Eine IPX4-Angabe wie bei meinem Modell bedeutet Spritzwasserschutz, aber keine Tauglichkeit für Dauerregen – das Panel sollte bei starkem Regen trotzdem nicht ungeschützt draußen bleiben, zumal das ja auch nichts bringen würde.
- Kabellänge im Blick behalten: Das bei meinem Panel mitgelieferte USB-Kabel ist recht kurz, wodurch das angeschlossene Gerät nah am Panel liegen muss. Praktischer ist oft ein separates, längeres Multi-Ladekabel mit mehreren Anschlüssen (z. B. USB-C, Lightning, Micro-USB) an einem gemeinsamen USB-Stecker – damit lässt sich das Panel freier platzieren, und je nach Gerät kann derselbe Stecker für unterschiedliche Anschlussarten genutzt werden. Mehrere Geräte gleichzeitig über ein solches Kabel zu laden, würde die Leistung eines kleinen Panels wie meines allerdings überfordern.
Hinweis: Die folgenden Links sind Affiliate-Links zu Amazon und eBay. Wenn Du über einen dieser Links einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision – für Dich entstehen dabei keinerlei Mehrkosten. Ich habe die verlinkten Modelle bis auf mein eigenes nicht selbst getestet, die Links führen Dich lediglich direkt zu den passenden Produkten bzw. Suchergebnissen.
- Amazon-Link ALLPOWERS 5V 21W Solar Panel
- Amazon-Link Suchergebnisse „faltbares Solarpanel“ – als Alternative
- eBay-Link Suchergebnisse „X-DRAGON Solar
Multi-Ladekabel – passendes Zubehör:
Häufige Fragen zum faltbaren Solarpanel
Wie lange dauert es, ein Handy mit einem faltbaren Solarpanel aufzuladen? Eine exakte Zeitangabe ist nicht möglich, da zu viele Faktoren hineinspielen: Sonneneinstrahlung, Ausrichtung des Panels, die tatsächliche Leistung des Modells und nicht zuletzt die Akkugröße des zu ladenden Geräts. In meiner Praxis reichen bei guter Sonne ein paar Stunden aus, um ein Smartphone vollzuladen. An einem langen Sommertag mit durchgehender Sonne habe ich das Panel dann aber auch schon den ganzen Tag genutzt und dabei sogar zwei Handys und zusätzlich mein Tablet geladen.
Funktioniert ein faltbares Solarpanel auch bei bewölktem Himmel? Bei leichter bis wechselnder Bewölkung ja, allerdings mit deutlich reduzierter Leistung – meine eigenen Messungen hinter einer Fensterscheibe lagen dabei bei unter einem Watt, statt der möglichen 21 Watt bei direkter Sonne. Bei stark bewölktem Himmel oder Regen ist keine Ladung möglich.
Kann man mit einem faltbaren Solarpanel eine Powerstation laden? Ja, das funktioniert auch mit einem kleineren Panel wie meinem, das habe ich selbst schon gemacht. Es dauert dabei allerdings entsprechend länger als mit einem leistungsstärkeren Modell. Größere Panels mit zusätzlichem DC-Ausgang sollten entsprechend schneller laden.
Wie groß und schwer ist ein faltbares Solarpanel im Vergleich zu einer Powerbank? Mein Modell wiegt gefaltet etwa 0,6 kg und ist im Packmaß ungefähr so groß wie ein DIN-A4-Blatt – im Packmaß damit deutlich größer als eine Powerbank. Beim Gewicht kommt es dagegen auf den Vergleich an: Manche Powerbanks mit hoher Kapazität bringen ebenfalls einiges auf die Waage, sodass sich hier kein pauschaler Unterschied festmachen lässt.
Lohnt sich ein faltbares Solarpanel für die Krisenvorsorge? Als Ergänzung zu Powerbank oder Powerstation ja, als alleinige Stromquelle nein. Es füllt die Lücke zwischen kurzer Überbrückung und tagelangem Stromausfall, wenn andere Ladequellen bereits erschöpft sind.
Fazit
Mein faltbares Solarpanel hat sich in der Praxis bewährt als unkomplizierte Möglichkeit Handy, Tablet, Powerbank und Weltempfänger zu laden. Grundsätzlich eignet sich das Panel für alle Geräte, die sich über 5 Volt USB aufladen lassen.
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Quellen: