Stand: August 2025, im Oktober 2026 ergänzt. Was sich seitdem bei Brave geändert hat, steht im Abschnitt Brave 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Brave ist ein kostenloser, quelloffener Browser auf Basis von Chromium, der Open-Source-Basis von Google Chrome.
- Werbung und Tracker blockiert Brave von Haus aus, ganz ohne zusätzliches Plugin.
- Mit Brave Search und dem KI-Assistenten Leo bringt der Browser eine eigene Suchmaschine und eine eigene KI mit.
Was ist der Brave Browser?
Der Brave Browser ist ein kostenloser, quelloffener Webbrowser, der für Nutzer entwickelt wurde, die Wert auf Datenschutz, Sicherheit und Geschwindigkeit legen. Anders als herkömmliche Browser blockiert Brave standardmäßig Werbung und Tracker – das sorgt für ein schnelleres, ungestörtes Surfen.

Brave basiert auf Chromium (der Open-Source-Basis von Google Chrome), funktioniert also ähnlich, verzichtet aber bewusst auf Nutzertracking und personalisierte Werbung.
Die Geschichte von Brave
Der Brave Browser wurde 2016 vom Mozilla-Mitgründer Brendan Eich ins Leben gerufen. Ziel war es, eine Alternative zu den datenhungrigen Standardbrowsern zu schaffen.
- 2016: Erste Version veröffentlicht
- 2020: 20 Millionen aktive Nutzer
- 2021: Start von Brave Search (eigene Suchmaschine)
- 2022: Über 50 Millionen aktive Nutzer
Brave ist ein unabhängiges Unternehmen mit Sitz in San Francisco und finanziert sich u. a. über Investoren wie Founders Fund und Pantera Capital.
Die Finanzierung von Brave
Brave verfolgt ein einzigartiges Geschäftsmodell: Statt Nutzer mit personalisierter Werbung zu verfolgen, setzt Brave auf ein optionales Belohnungssystem – die Brave Rewards. Wer möchte, kann „Brave Ads“ aktivieren, also datenschutzfreundliche Werbung anzeigen lassen, die keine persönlichen Daten verwendet.
Ein Großteil der dadurch generierten Einnahmen wird in Form von BAT-Token (Basic Attention Token) an die Nutzer ausgeschüttet. Diese Token können an Webseitenbetreiber oder Content-Creator weitergegeben oder in unterstützten Ländern sogar ausgezahlt werden.
So finanziert sich Brave ohne klassische Werbetracker und gibt gleichzeitig Kontrolle und Wertschätzung an die Nutzer zurück.
Die Funktionen von Brave im Überblick
1. Integrierter Werbeblocker – auch auf YouTube
Eines der stärksten Argumente für Brave: Werbung und Tracker werden von Haus aus blockiert – ganz ohne zusätzliches Plugin. Besonders praktisch ist, dass auch YouTube-Werbung (Stand Oktober 2026) größtenteils unterdrückt wird.
Das macht den Browser nicht nur schneller, sondern auch angenehmer im täglichen Einsatz. Nutzer können selbst entscheiden, ob und welche Inhalte geblockt werden.
2. Brave Shields & Datenschutzfunktionen
Die „Shields“-Funktion ist das Herzstück von Braves Datenschutz:
- Blockiert Werbung und Skripte
- Stellt Verbindungen automatisch auf HTTPS um, wo es möglich ist („HTTPS by Default“)
- Verhindert Browser-Fingerprinting
- Blockiert Drittanbieter-Cookies
Ein übersichtliches Dashboard zeigt, welche Elemente auf einer Website blockiert wurden – für mehr Transparenz.
3. Brave Search – die unabhängige Suchmaschine
Brave Search ist die hauseigene Suchmaschine, die unabhängig von Google arbeitet und keine Nutzerdaten sammelt. Sie basiert auf einem eigenen Index (ehemals Cliqz) und bietet:
- Eigene Bild- und Videosuche
- Keine IP-Verfolgung oder Profilbildung
- „Goggles“-Funktion zur individuellen Anpassung der Suchergebnisse
Wer Brave Search mal ausprobieren möchte: Hier geht es zur Suchmaschine.
4. Brave Leo – die integrierte KI
Leo ist Braves eingebauter KI-Assistent, der direkt im Browser genutzt werden kann. Funktionen:
- Webseiten und YouTube-Videos zusammenfassen
- Inhalte erklären oder umformulieren
- Texte übersetzen und analysieren
Die kostenlose Version nutzt ausgewählte KI-Modelle (z. B. Mixtral, Llama), die Premium-Version bietet Zugang zu Modellen wie Claude 3 von Anthropic (Stand August 2025).
Leo gibt oft eine Zusammenfassung der Suchergebnisse inkl. Quellenangaben.
5. Weitere nützliche Features
- Privates Surfen mit Tor: Zugriff auf das Tor-Netzwerk für maximale Anonymität
- Brave Rewards: Wer will, kann freiwillig Brave Ads aktivieren und mit dem Browsen BAT-Token verdienen (für Fortgeschrittene)
Für wen ist Brave geeignet?
Brave richtet sich an alle, die im Netz mehr Kontrolle über ihre Daten behalten möchten – ohne auf Komfort zu verzichten. Ideal für:
- Nutzer, die Werbung und Tracking ablehnen
- YouTube-Fans, die Videos ohne Unterbrechungen schauen möchten
- Menschen, die Suchmaschinen ohne Google nutzen wollen
- Technikinteressierte, die neue KI-Tools ausprobieren möchten
Gerade in Deutschland, wo Datenschutz einen hohen Stellenwert hat, ist Brave eine gute Alternative.
Ich habe den Brave Browser seit vielen Jahren auf meinem Notebook, Tablets und Handys installiert und bin sehr zufrieden. Vor allem die nervige Werbung auf YouTube wird unterdrückt. Für mich ein GANZ großer Pluspunkt für diesen Browser.
Probier ihn einfach mal aus. Du musst Brave ja nicht gleich als Standardbrowser festlegen. Es können auch mehrere Browser gleichzeitig auf einem System installiert sein.
Update (Stand: 10. September 2025): Diktieren in ChatGPT
Ich habe es mehrfach erlebt: Die Mikrofon-Diktierfunktion im ChatGPT-Interface über Brave funktioniert manchmal nicht. Wenn ich auf Aufnahme klicke, sehe ich normalerweise ein Ausschlags-Spektrogramm. Unter Brave hingegen bleibt das Fenster bei der Aufnahme dann stumm – einzig eine durchgehende gepunktete Linie ist zu sehen, obwohl das Mikrofon scheinbar aktiviert wird. Wenn ich das dann über andere Browser teste (z. B. Safari oder Firefox), funktioniert alles problemlos.
In diversen Beiträgen im Brave-Forum finden sich ähnliche Hinweise. Unter anderem wird dort auch beschrieben, dass bei Spracheingaben in Google oder ChatGPT die Fehlermeldung „voice recognition not supported in that browser“ erscheint, obwohl das Mikrofon freigegeben ist.
Dazu die Klarstellung eines Brave-Entwicklers (via GitHub):
Brave unterstützt die Spracherkennung über die Web Speech API nicht, weil Chrome dafür standardmäßig auf einen proprietären Google-Transkriptionsdienst zugreift – ein Service, auf den Brave keinen Zugriff hat und für den Brave bezahlen müsste. Zudem sieht Brave Datenschutzbedenken, wenn Audio automatisch an Google-Server gesendet wird.
Nachtrag (Oktober 2026): Bei mir funktioniert das Diktieren in ChatGPT inzwischen wieder.
Brave 2026: Was sich seitdem geändert hat
Stand: Oktober 2026.
- Nutzerzahlen: Im September 2025 hat Brave nach eigenen Angaben die Marke von 100 Millionen monatlich aktiven Nutzern überschritten. Im Juni 2026 nennt das Unternehmen mehr als 115 Millionen Nutzer weltweit.
- Leo: Die Modellauswahl ist heute eine andere als im August 2025. In der kostenlosen Version stehen laut Brave unter anderem Qwen und Claude Haiku zur Wahl. Leo Premium bietet zusätzlich unter anderem Claude Sonnet, Claude Opus, Mistral Large und Grok. Alle Modelle laufen laut Brave auf eigenen Servern. Wer möchte, bindet ein eigenes Modell ein, auch ein lokal laufendes („Bring Your Own Model“).
- Brave Origin: Seit Juni 2026 gibt es eine abgespeckte Ausgabe des Browsers. Darin lassen sich Zusatzfunktionen wie Leo, Rewards, Wallet, VPN oder News abschalten oder ganz entfernen. Für Linux ist Brave Origin kostenlos, auf den anderen Systemen ist es ein einmaliger Kauf. Der normale Brave Browser bleibt kostenlos.
- Container: Seit Version 1.92 vom Juli 2026 lassen sich Tabs am Desktop in Containern voneinander trennen. Damit kann man zum Beispiel auf derselben Seite mit zwei Konten gleichzeitig angemeldet sein.
- E-Mail-Aliase: Seit Version 1.94 vom August 2026 erzeugt Brave am Desktop auf Wunsch Alias-Adressen, die an das eigene Postfach weiterleiten. Fünf Aliase sind kostenlos.
- IPFS: Die Unterstützung für IPFS hat Brave schon im August 2024 mit Version 1.69 entfernt. Laut Brave haben weniger als 0,1 Prozent der Nutzer die Funktion verwendet.
- Spracheingabe: Laut Brave-Forum und GitHub fehlt die Spracherkennung über die Web Speech API am Desktop weiterhin. Nutzer melden dort auch 2026 noch, dass zum Beispiel die Sprachsuche bei Google nicht funktioniert. Die Entwickler schreiben dort, dass sie an einer eigenen Lösung arbeiten. Einen Termin nennen sie nicht.
Häufige Fragen zum Brave Browser
Ist der Brave Browser kostenlos?
Ja. Brave ist kostenlos und quelloffen. Geld kosten nur Zusatzangebote wie Leo Premium, das VPN oder Brave Origin.
Auf welchem Browser basiert Brave?
Brave basiert auf Chromium, der Open-Source-Basis von Google Chrome. Deshalb funktioniert er ähnlich wie Chrome, und Erweiterungen aus dem Chrome Web Store lassen sich auch in Brave nutzen.
Blockiert Brave Werbung auf YouTube?
Ja, größtenteils. Der Werbeblocker ist eingebaut und braucht kein zusätzliches Plugin. Bei mir unterdrückt er auch die Werbung auf YouTube (Stand Oktober 2026).
Wie verdient Brave Geld?
Unter anderem mit Brave Ads: Wer möchte, lässt sich datenschutzfreundliche Werbung anzeigen und erhält dafür BAT-Token. Dazu kommen kostenpflichtige Angebote wie Leo Premium, das VPN und Brave Origin.
Was ist Brave Leo?
Leo ist der KI-Assistent im Brave Browser. Er fasst Webseiten und YouTube-Videos zusammen, erklärt Inhalte und übersetzt Texte. Die Grundversion ist kostenlos und lässt sich laut Brave ohne Konto nutzen.
Funktioniert die Spracheingabe im Brave Browser?
Das Mikrofon funktioniert. Laut Brave-Forum und GitHub klappt am Desktop aber die Spracherkennung über die Web Speech API nicht, zum Beispiel die Sprachsuche bei Google. Der Grund laut Brave: Chrome schickt die Aufnahme dafür an einen Dienst von Google, auf den Brave keinen Zugriff hat. Das Diktieren in ChatGPT, das bei mir im September 2025 zeitweise gestört war, funktioniert inzwischen wieder (siehe Update).
Für welche Geräte gibt es Brave?
Brave gibt es für Windows, macOS, Linux, Android und iOS. Ich nutze ihn auf Notebook, Tablets und Handys.
Weitere empfehlenswerte Links
Zum Thema KI habe ich noch weitere Artikel auf meinem Blog:
Quellen
- Wikipedia: Brave (Browser)
- PCWorld: Brave browser crosses new milestone: 100 million users (englisch)
- Brave: HTTPS by Default (englisch)
- Brave: IPFS Support in Brave (englisch)
- Brave Hilfe: Die KI-Modelle von Leo (englisch)
- Brave: Brave Origin (englisch)
- Brave: Containers (englisch)
- Brave: Email Aliases (englisch)
- GitHub: Spracherkennung in Brave (Issue 3725) (englisch)