Was ist ein LLM? Large Language Models einfach erklärt

Was ist ein LLM? Large Language Models (LLMs) sind derzeit in aller Munde – aber was steckt eigentlich dahinter? In diesem Artikel erfährst du, was ein LLM ist, wie es funktioniert und warum diese Technologie gerade die Art verändert, wie wir mit Computern kommunizieren. Keine Vorkenntnisse nötig: Ich erkläre alles Schritt für Schritt und so einfach wie möglich.

LLM - Grafik

Künstliche Intelligenz begegnet uns mittlerweile überall im Alltag. Besonders LLMs haben in den letzten Jahren für Aufsehen gesorgt. Tools wie ChatGPT, Claude oder Gemini können Texte schreiben, Fragen beantworten und sogar programmieren. Doch was genau ist ein LLM eigentlich und wie funktioniert diese Technologie?

Dieser Artikel richtet sich an alle, die mit KI noch nicht vertraut sind oder gerade erst anfangen, sich damit zu beschäftigen. Ich erkläre dir hier die Grundlagen so einfach wie möglich – ohne komplizierte Fachbegriffe und ohne Vorwissen vorauszusetzen. Am Ende verstehst du, was hinter den intelligenten Chatbots steckt und kannst die Technologie selbst sinnvoll nutzen.

Was bedeutet LLM eigentlich?

LLM ist die Abkürzung für Large Language Model, auf Deutsch: Großes Sprachmodell. Der Name beschreibt schon ganz gut, worum es geht. Es handelt sich um ein Computerprogramm, das mit Sprache arbeitet und dabei auf einer enormen Datenmenge basiert.

Ein LLM wurde darauf trainiert, menschliche Sprache zu verstehen und selbst zu produzieren. Es kann Texte lesen, interpretieren und darauf reagieren – fast so, als würdest du dich mit einem sehr belesenen Menschen unterhalten. Die bekanntesten Beispiele für LLMs sind ChatGPT von OpenAI, Claude von Anthropic, Gemini von Google und Perplexity. Diese Tools nutzen alle die gleiche Grundtechnologie, unterscheiden sich aber in Details und Fähigkeiten.

Das „Large“ im Namen bezieht sich darauf, dass diese Modelle mit gigantischen Mengen an Textdaten trainiert wurden. Wir sprechen hier von Milliarden bis Billionen von Wörtern aus Büchern, Websites, Artikeln und anderen Quellen. Durch diese riesige Datenbasis können LLMs Zusammenhänge erkennen und auf die unterschiedlichsten Fragen reagieren.

LLM vs. KI – Was ist der Unterschied?

Viele verwenden die Begriffe LLM und KI synonym, aber das ist nicht ganz korrekt. Ein LLM ist eine spezielle Form von Künstlicher Intelligenz. KI ist der Oberbegriff für alle Technologien, die Aufgaben erledigen können, für die normalerweise menschliche Intelligenz nötig wäre.

Es gibt viele verschiedene Arten von KI. Sprachassistenten wie Alexa oder Siri nutzen KI, um Sprachbefehle zu verstehen. Bilderkennungssysteme nutzen KI, um Gesichter oder Objekte in Fotos zu identifizieren. Empfehlungsalgorithmen bei Netflix oder Spotify nutzen KI, um dir passende Inhalte vorzuschlagen.

LLMs sind spezialisiert auf Sprache und Text. Sie können keine Bilder erkennen, keine Musik komponieren oder selbstständig Roboter steuern. Ihre Stärke liegt ausschließlich darin, Texte zu verstehen und zu produzieren. Das macht sie aber nicht weniger beeindruckend – im Gegenteil. Die Fortschritte bei LLMs in den letzten Jahren waren so groß, dass sie die Wahrnehmung von KI in der breiten Öffentlichkeit komplett verändert haben.

Wenn du mehr über die Grundlagen von KI im Allgemeinen erfahren möchtest, schau dir gerne meinen Artikel Was ist KI? an.

Wie funktioniert ein LLM? Die Grundlagen

Jetzt wird es spannend. Wie schafft es ein Computerprogramm, so zu schreiben, als wäre es ein Mensch? Die Antwort liegt in zwei Schritten: dem Training und der eigentlichen Funktionsweise.

Das Training: Wie LLMs lernen

Stell dir vor, du lernst eine neue Sprache. Du liest Bücher, hörst Gespräche und schaust Filme in dieser Sprache. Nach und nach erkennst du Muster: Bestimmte Wörter folgen oft aufeinander, manche Satzstrukturen kommen immer wieder vor, und du bekommst ein Gefühl dafür, wie sich die Sprache anhört.

Genau so lernt auch ein LLM, nur in viel größerem Maßstab. Es wird mit riesigen Textmengen gefüttert – Milliarden von Sätzen aus dem Internet, aus Büchern, wissenschaftlichen Artikeln und vielen anderen Quellen. Das Modell analysiert diese Texte und erkennt Muster. Es lernt, welche Wörter häufig zusammen auftreten, wie Sätze aufgebaut sind und welche Antworten auf bestimmte Fragen typisch sind.

Wichtig ist: Das LLM lernt nicht auswendig. Es speichert nicht jeden einzelnen Text, den es gelesen hat. Stattdessen entwickelt es ein statistisches Verständnis dafür, wie Sprache funktioniert. Es erkennt Zusammenhänge und Wahrscheinlichkeiten.

Token – Die Bausteine der Sprache

Bevor ein LLM mit Text arbeiten kann, muss es ihn in kleinere Einheiten zerlegen. Diese Einheiten nennt man Token. Ein Token kann ein ganzes Wort sein, aber auch nur ein Teil davon oder sogar einzelne Satzzeichen.

Ein Beispiel: Das Wort „Künstliche“ könnte in die Token „Künst“ und „liche“ aufgeteilt werden. Das Wort „Intelligenz“ vielleicht in „Intelli“ und „genz“. Für das LLM ist das die natürliche Art, Sprache zu verarbeiten.

Warum ist das wichtig für dich als Nutzer? Weil LLMs Limits haben, wie viele Token sie auf einmal verarbeiten können. Das ist der Grund, warum ChatGPT und andere Tools manchmal eine maximale Länge für Eingaben oder Antworten haben. Je mehr Token du in deiner Anfrage verwendest, desto weniger Token bleiben für die Antwort übrig. Dieses sogenannte Kontext-Fenster variiert je nach Modell, aber das Prinzip ist immer das gleiche.

Die Funktionsweise: Wie LLMs antworten

Wenn du einem LLM eine Frage stellst, arbeitet es im Hintergrund wie ein sehr ausgeklügelter Textvorhersage-Mechanismus. Das Modell liest deine Eingabe, versteht den Kontext und beginnt dann, Wort für Wort eine Antwort zu generieren.

Dabei fragt es sich bei jedem einzelnen Wort: „Welches Wort ist jetzt am wahrscheinlichsten?“ Es wählt nicht einfach irgendein passendes Wort, sondern berechnet auf Basis seines Trainings, welches Wort in diesem Kontext statistisch am sinnvollsten ist. So entsteht nach und nach ein zusammenhängender Text.

Das LLM hat keine Datenbank, in der Antworten gespeichert sind. Es greift nicht auf das Internet zu, während es antwortet. Es generiert seine Antwort komplett neu, basierend auf den Mustern, die es beim Training gelernt hat. Das ist vergleichbar mit einem erfahrenen Autor, der nicht nachschlagen muss, sondern aus seinem Wissen und seiner Erfahrung schöpft.

Was können LLMs? Praktische Anwendungen

LLMs sind erstaunlich vielseitig. Hier sind einige der häufigsten Einsatzbereiche:

Texte schreiben und bearbeiten: LLMs können Artikel, E-Mails, Social-Media-Posts oder Produktbeschreibungen verfassen. Sie können auch bestehende Texte umformulieren, kürzen oder erweitern.

Fragen beantworten: Du kannst einem LLM praktisch jede Frage stellen – von einfachen Fakten bis zu komplexen Erklärungen. Die Antworten sind oft detailliert und gut verständlich.

Zusammenfassungen erstellen: Lange Artikel, Berichte oder Dokumente kann ein LLM auf die wichtigsten Punkte reduzieren. Das spart Zeit beim Lesen.

Übersetzen: LLMs können Texte zwischen vielen Sprachen übersetzen und dabei oft den Kontext besser berücksichtigen als klassische Übersetzungstools.

Programmieren: Viele LLMs können Code in verschiedenen Programmiersprachen schreiben, erklären oder debuggen. Das ist besonders für Einsteiger in die Programmierung hilfreich.

Kreative Aufgaben: Geschichten schreiben, Gedichte verfassen, Ideen für Projekte entwickeln – LLMs können auch kreativ arbeiten.

Alltägliche Beispiele: Du kannst ein LLM bitten, einen Wochenplan für gesunde Mahlzeiten zu erstellen, dir bei der Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch zu helfen oder komplizierte Themen in einfachen Worten zu erklären.

Die Möglichkeiten sind enorm. Je besser du lernst, mit einem LLM zu kommunizieren, desto nützlicher wird es für dich. In späteren Artikeln werde ich dir zeigen, wie du durch geschickte Formulierungen bessere Ergebnisse erzielst.

Kann ein LLM wirklich denken?

Die kurze Antwort: Nein. Ein LLM denkt nicht im menschlichen Sinne. Es hat kein Bewusstsein, keine Gefühle und kein echtes Verständnis für die Bedeutung der Wörter, die es verwendet.

Was ein LLM macht, ist hochentwickelte Mustererkennung. Es analysiert statistische Zusammenhänge und produziert auf dieser Basis Texte, die für uns sinnvoll klingen. Das kann so überzeugend sein, dass es wirkt, als würde das Modell nachdenken. Aber dahinter steckt keine Intelligenz im menschlichen Sinne, sondern ein mathematischer Prozess.

Ein großes Problem sind sogenannte Halluzinationen. Das bedeutet, dass LLMs manchmal Informationen erfinden, die falsch oder komplett aus der Luft gegriffen sind. Sie tun das nicht absichtlich, sondern weil ihr Ziel ist, plausibel klingende Texte zu produzieren – nicht zwingend wahre Texte. Wenn ein LLM zu einem Thema keine ausreichenden Trainingsdaten hat, füllt es Wissenslücken mit erfundenen Details.

Auch logisches Denken oder mathematische Berechnungen sind nicht die Stärke von LLMs. Sie können zwar einfache Rechnungen durchführen, aber komplexe logische Probleme lösen sie oft fehlerhaft. Sie verstehen auch keinen Kontext über mehrere Gespräche hinweg, es sei denn, dieser wird explizit gespeichert.

LLMs sind mächtige Werkzeuge, aber sie ersetzen nicht menschliches Denken. Sie sind Assistenten, keine autonomen Experten.

Bekannte LLM-Beispiele im Überblick

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von LLMs auf dem Markt. Hier sind die wichtigsten:

ChatGPT (OpenAI): Das wohl bekannteste LLM. ChatGPT hat den Hype um KI maßgeblich ausgelöst und wird von Millionen Menschen weltweit genutzt. Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Versionen mit unterschiedlichen Funktionen.

Screenshot Eingabemaske von ChatGPT Was ist ein LLM?

Claude (Anthropic): Claude legt besonderen Wert auf Sicherheit und hilfreiche Antworten. Das Modell gilt als besonders gut darin, längere Texte zu verarbeiten und komplexe Aufgaben zu verstehen.

Eingabemaske von Claude

Gemini (Google): Googles LLM ist tief in die Google-Dienste integriert und kann auch auf aktuelle Informationen aus dem Internet zugreifen.

Eingabemaske von Gemini

Perplexity: Dieses LLM kombiniert Textgenerierung mit Websuche und liefert Antworten mit Quellenangaben. Das ist praktisch, wenn du verlässliche Informationen brauchst.

Eingabemaske von Perplexity

Es gibt noch viele weitere Modelle, von großen Firmen wie Meta oder Microsoft, aber auch von kleineren Anbietern und Open-Source-Projekten. Jedes Modell hat seine Stärken und Schwächen. In kommenden Artikeln werde ich die einzelnen LLMs genauer vorstellen und vergleichen.

FAQ – Häufige Fragen zu LLMs

Welches LLM ist das beste für Einsteiger?

ChatGPT ist für Einsteiger oft die beste Wahl, weil es kostenlos verfügbar ist, eine einfache Oberfläche hat und sehr weit verbreitet ist. Dadurch findest du viele Tutorials und Hilfestellungen online. Aber auch Claude und Gemini sind einsteigerfreundlich. Am besten probierst du mehrere aus und entscheidest dann, welches dir am besten gefällt.

Sind LLMs kostenlos nutzbar?

Die meisten LLMs bieten kostenlose Versionen an, die für den Einstieg völlig ausreichen. ChatGPT, Claude und Gemini haben alle kostenlose Zugänge. Allerdings gibt es oft Einschränkungen, etwa bei der Anzahl der Anfragen pro Tag oder bei den verfügbaren Funktionen. Kostenpflichtige Versionen bieten mehr Leistung, schnellere Antworten und Zugang zu neueren Modellen.

Brauche ich technisches Wissen, um LLMs zu nutzen?

Nein, überhaupt nicht. Du musst nur schreiben können, was du wissen oder erledigt haben möchtest. Die Bedienung ist so einfach wie das Schreiben einer Textnachricht. Je klarer und präziser deine Anfrage ist, desto besser wird das Ergebnis – aber das lernst du schnell durch Ausprobieren.

Wie sicher sind meine Daten bei LLMs?

Das hängt vom Anbieter ab. Die meisten großen LLM-Anbieter wie OpenAI, Anthropic oder Google speichern deine Eingaben, um ihre Modelle zu verbessern. Oft kannst du in den Einstellungen festlegen, ob deine Daten gespeichert werden dürfen. Sensible oder vertrauliche Informationen solltest du generell nicht in ein LLM eingeben, es sei denn, du nutzt eine speziell gesicherte Version für Unternehmen.

Fazit: LLMs verstehen und nutzen

Large Language Models sind eine der spannendsten technologischen Entwicklungen der letzten Jahre. Sie können dir im Alltag, im Studium oder im Beruf enorm weiterhelfen – wenn du verstehst, wie sie funktionieren und wo ihre Grenzen liegen.

Die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst: Ein LLM ist ein Sprachmodell, das mit riesigen Textmengen trainiert wurde. Es generiert Antworten, indem es Wort für Wort vorhersagt, welches Wort am wahrscheinlichsten passt. LLMs können nicht denken, haben kein Bewusstsein und machen Fehler. Aber sie sind unglaublich nützliche Werkzeuge, wenn man sie richtig einsetzt.

In den kommenden Artikeln auf diesem Blog werde ich tiefer in die Materie einsteigen. Ich zeige dir, wie du die einzelnen LLMs optimal nutzt, wie du bessere Antworten durch cleveres Prompting bekommst und welche fortgeschrittenen Funktionen es gibt. Bleib dran, wenn du mehr über KI lernen möchtest!

Hast du Fragen oder Anregungen? Schreib mir gerne einen Kommentar. Und wenn dir dieser Artikel geholfen hat, teile ihn gerne mit anderen, die sich auch für KI interessieren.